5 Fragen an: Frosty Pen&Paper Online

5 Fragen an Frosty Pen&Paper Online

In unserer Rubrik5 Fragen an… soll kleinen und großen DSA Fanprojekten die Gelegenheit gegeben werden, sich in unregelmäßigen Abständen vorzustellen. Heute stellt sich Frosty von Frosty Pen&Paper Online den 5 Fragen.

Du hast ein DSA Projekt, das du im Rahmen der ‘5 Fragen an..’ vorstellen möchtest? Schreib uns an!


Worum geht es bei Frosty Pen&Paper Online?

Frosty Pen&Paper Online ist ein Youtube Kanal, der sich mit Themen rund um Pen&Paper
befasst. OrkenspalterTV ist hier natürlich auch ein großes Vorbild, allerdings habe ich bei
mir mehr den Fokus auf den mitgeschnittenen Spielrunden. Rezensionen, Livestreams
und Interviews kamen dann erst später dazu.

Ich leite derzeit jeden Sonntag eine Spielrunde mit DSA 4.1 Regeln und stelle diese dann
nach einem kurzen Schnitt à 30 Minuten Videos online. Thematisch beschäftigt sich die
Kampagne zur Zeit noch mit dem Prequel zu Bahamuts Ruf, der Blutigen See, in dem die
Helden auf einer eigenen Dämonenarche das Perlenmeer befahren. Wenn dieses
Abenteuer bald abgeschlossen ist, wechseln wir mit kurzem Zeitsprung ins Jahr des
Feuers und wollen dann nach und nach alle Heptarchen zerstören.
Das Ganze ist mehr und mehr zu einer gigantischen Sandbox geworden, in der jede Stadt
angefahren werden kann, Söldner angeworben und Schiffe geentert werden.

Neben den regelmäßigen DSA-Runden gibt es auch vereinzelt Runden zu anderen
Systemen um diese vorzustellen und zu testen. Ich habe “Lets Plays” zu Cthulhu,
Splittermond, Game of Thrones und Hexxen 1733 auf dem Kanal, weitere sollen noch
Folgen.

Die Livestreams beschäftigen sich eher mit Rollenspiel-Theorie oder einzelnen
ausgewählten Themen, die auch die Zuschauer mitbestimmen können. Der Chat wird
dabei aktiv eingebunden und Fragen die aufkommen offen diskutiert. Wir geben dabei
Tipps und Tricks weiter zu Themen wie Abenteuer- und Kampagnenplanung, dem
Spielleiten oder Fehler und NoGoes beim Pen&Paper. Die Gäste, die wir uns einladen,
wechseln dabei oft, damit viele verschiedene Eindrücke gesammelt werden können.

Wie ändert sich das Spielgefühl von Tisch zu Online?

Viele können sich nicht richtig vorstellen von ihrem Tisch ins Internet auszuweichen, da
hier vieles verloren geht. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass einige neue
Elemente dazu kommen, die es am Tisch nicht gibt.

Viele Skeptiker sagen, dass Mimik und Gestik des Spielleiters fehlen und damit Gefühle
nicht richtig ausgedrückt werden können. Wenn die Gruppe auf Kameras verzichtet (es
gibt auch viele andere Youtuber, die mit Webcam streamen), dann muss so etwas eben
mit dem Mittel der Sprache kommuniziert werden. Das ist etwas, das gelernt werden
muss, erzeugt danach aber in meinen Augen umso mehr Immersion.

Alle Sinne wollen bedient werden und wenn das Sehen fehlt, werden die anderen umso
stärker. Ich beschreibe Gerüche, Geräusche oder wie sich etwas anfühlt oder schmeckt.
Ein weitere anderer Vorteil ist die Software, dazu siehe aber weiter unten.
Dazu kommt, dass es keine lange Anfahrt zum Spielleiter gibt. Wenn jemand nach 10
Stunden harter Arbeit nach hause kommt, muss er/sie nur noch den Computer anschalten,
aufs Teamspeak connecten und es kann losgehen. Es gibt kein Chipstüten-Geraschel,
jeder kann sich sein eigenes Essen machen oder Kaffee kochen.

Unsere Tischrunde hat irgendwann sogar trotz 10 Minuten Fahrt aufs Teamspeak
gewechselt, einfach weil wir mit der Software mehr Möglichkeiten haben.
Wir können kurze Tonspuren einbinden oder ganze Soundtracks leise mitlaufen lassen.
Stadtkarten und Stimmungsbilder müssen nicht ausgedrückt werden und stehen dann
unter den Kaffeetassen, sondern sind immer direkt vor demjenigen auf dem Bildschirm.

Worin liegt die Fazination von Lets Plays?

Ich mag den Begriff des “Lets Plays” für meine Spielrunden nicht so gerne. Woran das
liegt, weiß ich gar nicht genau, aber ich vermute diese Formate werden in erster Linie für
den Zuschauer produziert. Das ist beim Pen&Paper und dem Mitschnitt von Runden eher
weniger der Fall. Ich leite in erster Linie für meine Mitspieler die Runde.

Die Faszination hingegen anderen beim Spielen zuzusehen können sich ja selbst große
Youtuber nicht wirklich erklären. Meist ist es ja ein Gemeinschaftsgefühl, was vermittelt
wird, so als ob man dem großen Bruder beim Spielen zusieht. Das versuche ich auch,
einfach indem ich auf Kommentare unter den Videos eingehe oder Abseits der Runde
Tutorials zum “Selber Machen” anbieten. Früher war der Kreis aus 5-6 Freunden sehr
klein, Internet und Youtube noch Neuland und es gab keine Vergleichsmöglichkeiten. Wie
spielen andere Leute, die nicht hier wohnen? Wieso machen sie das jetzt anders? Durch
die mittlerweile sehr große Pen&Paper Youtube Szene hat man nun die Chance anderen
über die Schulter zu schauen oder mitzufiebern, zu bangen und hoffen. Ich selbst schaue
neben meiner eigenen Runde auch vielen anderen Streamer zu und kann auch da nur
empfehlen einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Was für Tools benutzt du und wie bereitest du Karten vor?

Neben Teamspeak zur Sprachkommunikation gibt es verschiedene Tools, die ich mal
mehr, mal weniger Empfehlen kann. Zunächst sei hier Roll20 erwähnt, was seinen Zweck
erfüllt und in der Grundversion kostenlos ist. Viele andere Streamer in dem Bereich
benutzen das browserbasierte Programm, ich kann dem Ganzen aber nicht viel
abgewinnen.
Fantasy Grounds ist ein Kostenpflichtiges Programm und wird von uns benutzt um Würfel
schnell zu handhaben. Wir laden dort unsere Helden aus der Heldensoftware hoch und
können mit einem einzigen Klick auf ein Talent, Attribut oder Schadenswürfel binnen
Sekunden sehen, wieviele Sternchen (TAP*) übrig sind, wie gut oder schlecht die Probe
war oder welche Erschwernis abgebaut werden kann. Ich habe auf meinem Kanal auch
ein Video zu dem Programm, wo ich Grundlegendes zu dem Ruleset erkläre.
Es gibt kein Gerechne mehr, damit ist DSA 4.1 grade für neue Spieler sehr einfach zu
erlernen. Für 5.0 gibt es da zur Zeit leider noch nichts…

Den Löwenanteil der Software bildet Maptool. Das Java-basierte System kann auf jedem
Rechner unabh. vom Betriebssystem genutzt werden und dient mir für Karten und
Stimmungsbilder (Video: Städtebau mit Maptool von Frosty Pen&Paper Online).
Ich kann hier Städte raufziehen und mit Token arbeiten. Jedes einzelne Gebäude
beschriften und mit den Informationen aus dem Buch versehen. Nehme ich mir
beispielsweise die Garethbox, so sind die Fülle an Informationen kaum abrufbar, egal wie
gut ich mich vorbereite. Hier klicke ich einfach auf das Haus und sehe wer dort wohnt, was
deren Motivation ist welche Plots sich hier anbieten.

Ich kann meine Karten eichen: Wenn ich mein Token eine Einheit bewege, dann sind das
auch in Gareth exakt ein Meter. Sehr nützlich für Kämpfe, wenn ich Sturmangriffe ab vier
Metern plane oder den Zusatzschaden für den Bogen berechnen will.
Es gibt kein Nachfragen mehr wer wo steht, wieviele Feinde es noch gibt und wer gerade
verletzt ist. Durch die Token auf der Karte ist so etwas für alle Sichtbar, jeder kann sich die
Informationen, die er/sie braucht, selber holen. Das macht kämpfe unglaublich schnell und
immersiv. Ich kann zudem mit Kriegsnebel arbeiten oder Sichtlinien. Wenn ein Gegner
hinter einem Busch oder einer Häuserecke steht, dann wird er nicht gesehen. Steht der
Feind im Rücken, dann sieht ihn der Spieler auch nicht.

Wenn dein Projekt ein DSA Charakter wäre, welcher wäre er dann?

Eine schwere Frage…
Ich vermute das Projekt wäre ein junger Nandusgeweihter aus Gareth, der versucht
überall im Land herum zu reisen und Wissen vermittelt.
Das ist ja der Grund gewesen, wieso ich damals das Projekt begonnen habe. Ich wollte
anderen Runden zeigen, wie eine Online Spielrunde aussehen kann, wenn ich etwas mehr
Vorbereitungszeit rein stecke um meinen Spielern etwas Gutes zu tun. Ich finde es immer
sehr schade, wenn Online-Runden sich nur Skype oder TS bedienen und die
Möglichkeiten nicht nutzen, die ihnen geboten werden.
Es gibt auch Spieler in anderen Gruppen, die dann aus Langeweile ein Computerspiel
anmachen, weil sie sonst nur aufs TS / Skype starren. In solchen Fällen bekommt nicht
nur der Spieler sondern auch der Spielleiter einen Rohrstock auf den Po.
Abschließend noch eine Predigt des Nandusgeweihten: Gebt dem Online Rollenspiel
wenigstens eine Chance, es kann eine tolle Ergänzung zum Tisch sein.


Kanalvorstellung von Frosty Pen&Paper Online


Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen und weisen darauf hin das noch bis zum 31.3. ein Gewinnspiel mit göttergefälligen 12 Fragen und 12 Gewinnen für die Abonnenten von Frosty Pen&Paper Online läuft.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 Kommentar
  1. Frosty
    Frosty sagt

    Herzlichen Dank für die Möglichkeit eure Fragen beantworten zu dürfen =)