Neuigkeiten aus der Welt des Schwarzen Auges (DSA)

5 Fragen an: OrkenspalterTV

5 Fragen an Orkenspalter TV

In unserer Rubrik ‘5 Fragen an… soll kleinen und großen DSA Fanprojekten die Gelegenheit gegeben werden, sich in unregelmäßigen Abständen vorzustellen. Heute stellen Mháire Stritter und Nico Mendrek ihr Projekt OrkenspalterTV vor.

Du hast ein DSA Projekt, das du im Rahmen der ‘5 Fragen an..’ vorstellen möchtest? Schreib uns an!

Was macht eurer Produkt, OrkenspalterTV aus? (bzw: Wofür steht OrkenspalterTV und wie hat alles angefangen?)

Nico

Thomas Stolz ist wie so oft schuld. Irgendwann Anfang 2009 hat er uns gefragt, ob wir nicht für seine Plattform Orkenspalter.de ein paar Videos auf den üblichen Cons drehen wollen, die dann in seinem Downloadportal landen sollten. Damals hat Thomas mir Serverplatz bereitgestellt und die Videos waren schlicht sein Vorschlag für eine Gegenleistung. Man muss dazu sagen, dass damals noch gar nicht völlig klar war, wie groß Youtube werden würde – und die Videos zum Download anzubieten, erschien Thomas noch wie eine valide Alternative. Auf unserem bereits seit 2006 existenten Youtube-Kanal hatten sich zu diesem Zeitpunkt aber schon einige LARP-Videos und die erste Version unseres DSA-Fanfilms angesammelt, also wurde dann doch schnell auf diese Plattform gewechselt. Mit der Zeit kamen immer mehr Con-Berichte hinzu, daneben einige Gaming-Parodien, auf die wir einfach Bock hatten und schließlich auch Rezensionen. Aber eine feste Struktur, ein Konzept oder eine Zielsetzung gab es nicht. Erst, als wir ab 2011 dann bei PC Games und Buffed als Videoredakteure anfingen und die Chance bekamen, dort auch ein größeres Publikum mit unseren Herzblut-Themen zu erreichen, kamen halbwegs ernst gemeinte Labels auf die verschiedenen Formate, die sich bis heute gehalten haben. Der Kanal und seine Zielsetzung haben sich mit der Zeit natürlich stark gewandelt. Am Anfang haben wir es einfach nur gemacht, weil wir es konnten (ich habe damals mit dem gleichen Equipment gedreht, das ich auch für meinen regulären Jobs als Videojournalist gearbeitet habe und ich hätte es schade gefunden, diese Mittel nicht für etwas zu nutzen, das mir Spaß machte). Dann wurde es eher eine DSA-Fan-Sache und wir wollten möglichst viel über unser Lieblingsrollenspiel berichten. Heute ist die Zielsetzung aber viel mehr: Die Faszination Rollenspiel vermitteln, Neulinge abholen und einen möglichst authentischen Blick auf den Kern dieser nerdigsten aller Szenen bieten.

Mháire

Ich habe wenig hinzuzufügen, außer dass wir natürlich auch im Bereich Comics herumstöbern und versuchen, Rollenspieler zum Comiclesen zu bringen und Comicleser zum Rollenspielen. Die Schnittmenge ist aber ohnehin schon oft gegeben. Einer unserer Schwerpunkte ist dabei auch der frankobelgische Comic, der in der Szene oft ein bisschen gegenüber der DC/Marvel-Marktmacht untergeht, aber in vielerlei Hinsicht abgefahrener und phantasievoller sein kann und hervorragendes Futter für die Vorstellungskraft bietet.

Wie hat sich eure Arbeits- und Produktionsweise von früher zu heute verändert?

Nico

Da wir früher nicht wirklich Struktur in den Formaten hatten, hat sich natürlich einiges verändert. Auch das Wissen, statt einiger Dutzend Leute plötzlich Tausende zu erreichen, ändert die Art und Weise, wie man an Dinger herangeht. Ich will nicht sagen, dass wir dadurch “mainstreamiger” geworden sind, aber wir kriegen es umso schneller zu spüren, wenn wir irgendetwas Verrücktes ausprobieren und hinterfragen dadurch öfter, wie und wo und in welchen Dosen wir Elemente wie sprechende Plüschtiere, Lego-Inszenierungen von DSA-Abenteuern oder erfundene Youtube-Feinde einsetzen. Ansonsten haben wir natürlich jetzt ganz anderes Equipment, wir bringen drei bis fünf Videos die Woche statt ein bis zwei pro Monat und machen viel mehr im Live-Stream, um diese Quote überhaupt erfüllen zu können. Let’s Plays sind in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die machen wir jetzt im 5. Jahr und anfangs war uns nicht klar, dass es so viele Menschen interessieren würde, wenn wir ihnen etwas vorspielen und sie sich dafür auch mal einen achtstündigen Stream anschauen. Ich habe ja gelernt: Alles, was länger als drei Minuten ist, ist zu lang. So kann man sich täuschen.

Mháire

Vor allem die Verschiebung hin zu mehr Livestreams und auch bei den “AusderKonserve-Videos” weniger Text aus dem Off, sondern mehr einfach frei sprechen, hat einiges an unserer Herangehensweise geändert. Das heißt meist mehr Vorbereitung und weniger Nachbereitung und vor allem bei den Livestreams direkte Rückmeldung zu dem, was wir machen. Das macht das Reden vor der Kamera auch weniger “einsam” und daher finde ich die Livestreams oft angenehmer als normale Aufnahmen im Studio. Dass wir ein Studio haben ist ohnehin eine der neuesten und größten Veränderungen und nur dank Patreon möglich. Früher haben wir entweder das Studio von PC Games “geliehen” oder im eigenen Wohnzimmer gedreht. Das ist jetzt der absolute Luxus, wir schaffen es aber trotz des deutlich größeren Platzes immer noch irgendwann, alles mit Stühlen und Equipment vollzustellen.

Wie habt ihr euch finanziert, bevor ihr mit Patreon angefangen habt?

Nico

Gar nicht. Wir haben einfach jede Menge privates Geld in Benzin und Technik gesteckt. Videoequipment hatte ich ja sowieso rumliegen. Patreon hat letztlich vor allem eines geändert: Dass wir Orkenspalter TV nicht immer noch nach Feierabend produzieren müssen, sondern uns auch einfach mal einen Tag oder vielleicht sogar eine ganze Woche für ein Video Zeit lassen können. Wir haben dadurch auch einige Kunden verloren, klar. Und wir können jetzt auch nicht einfach als Lebensziel verkünden, ganz von Patreon leben zu wollen, dafür traue ich der Plattform dann doch nicht genug. Also wird weiterhin “richtig” gearbeitet, nur eben ab und an weniger.

Mháire

Was Nico sagt. Ein größerer Übersetzungsauftrag für ein Videospiel bedeutete, dann auch mal mehr Zeit in andere Sachen stecken zu können, darunter eben auch Orkenspalter TV. Insgesamt ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, ständig was dafür zu bauen, basteln oder vorzubereiten und zu drehen. Dass sich das jetzt zu einem guten Teil selbst finanziert, ist seltsam, großartig und ein wenig angsteinflößend, weil es sich ja auch jederzeit ändern könnte.

Seht Ihr Euch auch in 20 Jahren noch mit einer Kamera auf Rollespiel-Conventions herumlaufen?

Nico

Sehr gute Frage. Ich hoffe, es gibt dann noch Rollenspiel-Conventions. Aber vermutlich sind wir dann alle so gut vernetzt und mit tollen Cyber-Implantaten ausgestattet, dass jeder theoretisch ständig livestreamen kann und Leute wie wir gar nicht mehr nötig sind. Die Con-Termine sind jetzt auch nicht der allergrößte Spaß unseres Alltags und ich glaube, auf Dauer werden das “Vorspielen” und der Entertainment-Faktor wichtiger als die Infos über Messeneuheiten. Entweder wir werden genau das in 20 Jahren immer noch machen – oder wir haben wenigstens jüngere Schergen, die für uns auf Cons fahren. Falls ich mich mit allem täusche, bin ich aber auch bereit, mit einer alten Hi8-Kamera das verstrahlte Ödland auf der Suche nach überlebenden Rollenspiel-Autoren zu durchstreifen und den doppelköpfigen Patric-Götz-Uli-Lindner-Mutanten in seinem Bunker in Köln zu besuchen.

Mháire

Pro Patric-Götz-Uli-Lindner-Mutant mit zwei Köpfen. Dann hätte man die auch immer beide zusammen am Termin und die Doodle-Zeitfindung wäre leichter.

Wenn euer Projekt ein DSA Charakter wäre, welcher wäre er dann?

Nico

Vermutlich einer, den wir in einem Myranor-Abenteuer als albernen Gag am Rande eingebaut haben: Der umherziehende Söldner, die Schwarze Eule.

Mháire

Ist die schwarze Eule nicht zu einem Haimenschen geretconned worden? Ich bin fast eher für Tyriarchos aus der Wächter des Imperiums-Kampagne. Eine Nebenfigur, die einmal für ein Solo gedacht war – ein Technomant, der eigentlich Spaß haben und vielleicht Leute von seinen Fähigkeiten überzeugen will, aber oft genug fliegen Dinge in die Luft oder er lenkt sich selbst gründlich genug ab, um nicht mehr genau zu wissen, was er wollte. Außerdem hat er keinen Fischkopf.

Nico
Aber falls die Frage eher ins klassische Aventurien geht: Vermutlich eher ein Avesgeweihter, auch wenn der Name natürlich einen Weidener Ritter oder Thorwaler nahelegt.

Zum Youtube Kanal von Orkenspalter.TV

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei