Analyse der WdV Debatte vom Riesländer

Wege der Vereinigungen

Passend zu der aktuellen Diskussion rund um Wege der Vereinigungen, zu der Ulisses Spiele inzwischen eine Stellungnahme veröffentlichte (wir berichteten), hat auch Der Riesländer in seinem Blog einen ersten Teil einer ausführlichen Analyse der Debatte verfasst. In seinem Artikel nimmt er die verschiedenen Argumente für und wider den Regelband unter die Lupe, und attestiert dem Band, dass zwar einige unschöne Stellen durch das Lektorat gerutscht sind, man dem Gesamtwerk durch diese Unfälle aber Unrecht tut:

Denn auch wenn sich obige Auflistung ziemlich negativ liest, halte ich WdV für den spannendsten Band, der seit langer Zeit für DSA erschienen ist und über weite Strecken etwas erfrischend Neues und bislang nicht Dagewesenes präsentiert. Auch die (absurden) Regeln wissen zu unterhalten (auch wenn sie wohl niemals irgendwo zur Anwendung kommen werden). … An dieser Stelle könnte ich die Rezension abschließen, verdiente 7 von 10 Barbaren vergeben und allenfalls das verunglückte Lektorat bei den „Unfällen“ in puncto Rassismus und Sexismus für den Punktabzug heranziehen. Na ja, einige Texte sind stilistisch auch nicht der Bringer, doch habe ich auch keine hohe Literatur erwartet.

Der Riesländer schließt seinen Artikel mit einem generellen Plädoyer für mehr Toleranz und weniger Aufregung und Anfeindung in der Rollenspielszene, einem Wunsch, dem wir uns von DSAnews gerne anschließen:

Im Offplaytalk der Community hat dieser Kram hingegen nichts zu suchen. Und wenn doch einmal einige grenzwertige Eskapaden durchs Lektorat rutschen, dann wünsche ich mir eine offene und von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Diskussion, die in (vorzugsweise geöffneten) Facebook- und Forenthreads ermöglicht wird. Und nicht zuletzt wünsche ich mir weniger Rücktritte und generell weniger Nachtreten beim Rücktreten.

zum Riesländer

12 Kommentare
  1. FRAZ sagt

    Nein! Wenn “dann doch mal einige grenzwertige Eskapaden durchs Lektorat rutschen…”, dann hoffe ich inständig wird jedes mal eine Welle der Empörung aufgeworfen.
    Der Riesländer beschreibt die Rollenspiel Community als aufgeschlossen und liberal. Nach meinen bisherigen Erfahrungen stimme ich dem zu. Aber gerade diese tolerante und moralische Gemeinschaft darf nicht wegschauen, wenn Rassismus und Sexismus aufblitzen.
    Und irgendwie trifft es mich noch mehr, dass diese “Eskapaden” von Leuten kommen, die ich weder für rassistisch noch sexistisch halte.
    Schön das der Verlag Stellung bezieht gegen Rassismus und Sexismus. Sehr, sehr bitter, dass er es im Nachhinein tun muss, weil er die Themen vorher offenbar irgendwie nicht richtig ernst genommen hat.

    1. Xeledon sagt

      Dir geht es also mehr um die Empörung als um die inhaltliche Auseinandersetzung? Lieber Getöse als Sachlichkeit?

  2. Queery sagt

    Ich fand den Kommentar des Riesländers wirklich sehr gut und gelungen und ausgewogen in mehrerer Hinsicht. Die Ausschnitte die ihr in den DSA-News präsentiert spiegeln m.E. den inhalt des Artikels aber nicht wieder. Das finde ich Schade.

  3. Vibarts Voice sagt

    Der Kommentar des Riesländers ist in der Tat hervorragend und ausgewogen. Vor allem ist seine Einordnung des Komplexes in das gesamtgesellschaftliche Klima der BRD lesenswert. Machen wir uns nichts vor: in Zeiten, in denen der gesamtgesellschaftliche Ruf nach Abschottung, Aggression und Diskriminierung, nach Relativierung, Machiavellismus und Angriff auf “Gutmenschen” beständig lauter wird, ist selbst versehentliches oder vermeintlich lustiges Einstimmen in diesen revisionistischen Chor ein Problem. Insgesamt wäre also das Ziel, dass die Kritik Ulisses für das gesellschaftliche Umfeld, in dem der Verlag operiert, sensibilisiert. Das kann sachlich oder emotional geschehen – wichtig ist, dass man in Zukunft diese Aussetzer in den Griff bekommt.

    1. Oil sagt

      „Machen wir uns nichts vor: in Zeiten, in denen der gesamtgesellschaftliche Ruf nach Abschottung, Aggression und Diskriminierung, nach Relativierung, Machiavellismus und Angriff auf “Gutmenschen” beständig lauter wird, ist selbst versehentliches oder vermeintlich lustiges Einstimmen in diesen revisionistischen Chor ein Problem.“

      Einfach beliebige Vorwürfe in einen Topf rühren und dann ein Problem für irgendwen daraus ableiten. Das ist nicht redlich. Deine Vorwürfe haben absolut gar nichts mit Ulisses und der Veröffentlichung zu tun. Und wenn es doch eine fadenscheinige Herleitung gäbe, dann wäre es an dir überhaupt einen Nachweis zu führen, bevor du Ulisses einen Aussetzer unterstellst und Forderungen formulierst.
      Grundsätzlich halte ich auch nichts davon, jedes gesellschaftliche vorhandene oder gemutmaßte Problem, auf ein Rollenspiel zu übertragen.

      „Insgesamt wäre also das Ziel, dass die Kritik Ulisses für das gesellschaftliche Umfeld, in dem der Verlag operiert, sensibilisiert. Das kann sachlich oder emotional geschehen – wichtig ist, dass man in Zukunft diese Aussetzer in den Griff bekommt.“

      Nicht jede Kritik ist automatisch berechtigt und behandelt überhaupt ein Problem. Hoffentlich widersteht Ulisses den Ruf einiger Hochsensibler nach ‘Sensibilisierung’. Das von dir formulierte Ziel ist ersteinmal rundheraus abzulehnen.

  4. Ackerknecht sagt

    Danke Queery,
    das Gefühl hatte ich auch. Ich konnte es aber nicht so recht “festnageln” und bin erleichtert, dass ich nicht der einzige bin.

  5. Gumbald sagt

    Ohne Wertung, nur zur Info:
    Herr Masberg hat sich auch nochmal zu Wort gemeldet:
    http://www.michael-masberg.de/nichts-verstanden-wenig-gelernt/

    1. Oil sagt

      Hätte er geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben.
      Auch er vergeht sich in vollkommen maßlosen und unverschämten Anschuldigungen und persönlichen Beleidigungen, wenn er von einer stinkenden rassistischen, sexistischen und unmenschlichen Masse spricht, die nach oben quillt.
      Und er erdreistet sich auch noch davon zu sprechen, dass andere das Miteinander vergiften.
      Ulisses kann drei Kreuze machen, dass so einer nicht mehr im Team ist.

      1. Zorni sagt

        Du zeigst eigentlich gut, wie nötig es ist, dass es Leute mit eigener Meinung gibt, die diese auch äußern.

        1. Oil sagt

          “Du zeigst eigentlich gut, wie nötig es ist, dass es Leute mit eigener Meinung gibt, die diese auch äußern.”

          Inwiefern? Du vergehst dich genau so in Andeutungen wie Andere hier, die, wenn überhaupt, einzelne Punkte aus der Publikation herauspicken, die größtmöglichen persönlichen Vorwürfe, bis sogar zur Absprechung der Menschlichkeit, vom Stapel lassen und dann auch noch glauben, dass Andere in die Arie mit einstimmen.
          Inwiefern zeige ich, dass es nötig ist eine ‘eigene Meinung’ (von einer stinkenden rassistischen, sexistischen und unmenschlichen Masse, die nach oben quillt) zu haben?
          Wobei, wenn solche Äußerungen deiner Ansicht nach einer notwendigen eigenen Meinung entsprechen, dann beantworte die Frage vielleicht doch lieber nicht. Wir würden niemals einer Meinung sein.

          1. Amaryllion sagt

            Oil, unabhängig von deiner oder meiner Meinung zu WdV, Michael, Mike und alledem: du kritisierst das Herauspicken von einzelnen Punkten durch “Andere”, tust aber das gleiche mit der Formulierung “eine stinkende rassistische, sexistische und unmenschliche Masse”. Wie passt das zusammen?

            Zudem kann ich im entsprechenden Abschnitt in Michaels zweitem Blogpost nicht erkennen, dass er mit “eine stinkende rassistische, sexistische und unmenschliche Masse” einen oder mehrere Menschen meint. Wie kommst du zu der Meinung, hier würde irgendjemandem die Menschlichkeit abgesprochen?

          2. Oil sagt

            Hallo Amaryllion,

            ja das passt zusammen, weil ich den essenziellen Satz seines Fazites genommen habe, in dem er überhaupt seine Motivation für sein Statement aufgeführt hat. Er konnte nicht anders weil…
            Mit diesem Statement setzt er sowohl die Reaktion von Ulisses wie auch alle, die der Reaktion von Ulisses näher sind in einen Kontext von Rassismus, Sexismus und spricht direkt von stinkender Unmenschlichkeit. Er sieht es hervorquellen in der Gesellschaft und er muss dagegen rede halten. Das exemplarische Hervorquellen; ist das Buch, ist die Reaktion von Ulisses und jeder, der nicht seinem Fazit zustimmt. Und damit natürlich die Arbeit und Aussagen von Menschen. Er bekräftigt es auch noch einmal indem er gegen die Vergiftung des Miteinander ansprechen (benennen) müsse.
            Nochmal zur Erinnerung, der Kontext ist nicht ein brennendes Asylbewerberheim, sondern ein Rollenspielbuch über Sex.
            Als Germanist weiß er auch, was er schreibt. Diese maßlosen Verknüpfung der schlimmsten Anschuldigungen unserer Gesellschaft mit einem Rollenspielbuch, das man im günstigsten Fall gut findet, im ungünstigen Fall belächeln und ignorieren müsste, ist es, was mich wiederum kolossal stört.
            Wenn der Streitpunkt einer Tabelle über Penislängen mit einem Rassismus verknüpft wird, der weltweit zu Hunderten Millionen Toten geführt hat, dann hat er den Schuss nicht gehört.

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