Neuigkeiten aus der Welt des Schwarzen Auges (DSA)

Conbericht: DSAmania auf der Dreieich-Con

DSAnews-Kollegin Natalia von DSAmania hat die Dreieich-Con besucht. Lest hier ihren ausführlichen Bericht.


Zum dritten Mal war ich letztes Wochenende auf der Dreieich-Con und kann rückblickend sagen, dass die vierstündige Anfahrt sich durchaus gelohnt hat. Mittlerweile steht für mich das Erfolgsrezept für einen Con-Besuch ziemlich fest: sich mit den Rollenspiel-Schaffenden und Verlagen unterhalten, Vorträge und Workshops besuchen, neue Spiele kennen lernen, nach Neuigkeiten, Schnäppchen und allerlei Kladj jagen. So verliefen für mich auch diesmal die anderthalb Tage auf der Dreieich-Con recht schnell und abwechslungsreich.

Das Schwarze Auge

Wie gewohnt war Ulisses Spiele mit einem eigenen großzügigen Stand präsent, der zu einem Großteil mit DSA-Produkten gefüllt war. So konnte man sich an den neuesten Produkten wie der Havena-Reihe und Aventurische Magie III erfreuen oder auch an dem B-Ware-Stand nach Schnäppchen suchen.

Dreieich-Con 2018 - Das Schwarze Auge - Havena-Produktereihe
Produktreihe des Havena-Crowdfundings

Doch in Punkto Neuigkeiten blieb es etwas karg. So erfuhr man höchstens ein paar zusätzliche Details über die schon fertigen oder zuvor angekündigten Produkte. Abseits von Aventurische Magie III, Die Flusslande und der Einsteigerbox konnte die Redaktion nur noch über die Sternenträger-Kampagne etwas Genaues verraten.

Diese soll sich an die berühmte Phileasson-Saga anknüpfen und wieder die Thematik und den Mythos der Hochelfen aufgreifen. Sie wird aus sechs Abenteuern bestehen, welche aktuell im Detail geplant werden, um sicher zu stellen, dass sie inhaltlich aufeinander gut abgestimmt sind. Fest steht, dass das Ganze in Gerasim mit einer vermeintlich gewöhnlichen Expedition in die Salamandersteine startet und sich in Reichweite und Epik über die Abenteuerbände hinweg immer steigert. Mit der eigentlichen Schreibarbeit hat der Autor Dominic Hladek schon begonnen und peilt 2019 vorsichtig für die Veröffentlichung an.

Um diejenigen nicht abzuhängen, die evtl. von den übrigen Produkten noch nicht viel wissen, fasse ich hier die Informationen kurz zusammen:

  • Aventurische Magie III ist erschienen und war auf der Dreieich-Con zum ersten mal zu erwerben. Dieser abschließende Teil der Magie-Reihe beinhaltet die Regelkomplexe zu den Themen Animisten (Magiebegabte mit einem besonderen Draht zu Natur bzw. Tieren), Erschaffung von Monstrositäten, Zeitmagie, Pakte aber auch wie gewohnt neue Zaubertricks, Zauber, Zaubersonderfertigkeiten, Professionen und dergleichen. Im Anhang wird eine neue Kultur beschrieben, und zwar die der Gjalskerländer (und ich musste googeln, um diesen Namen richtig zu schreiben).
  • Die Flusslande ist eine Regionalspielhilfe für den Kosch und die Nordmarken, die auch zahlreiche Informationen zu Zwergen beinhaltet. Begleitend erscheinen natürlich auch ein Abenteuer, ein Heldenbrevier, eine Rüstkammer sowie eine Soundtrack-CD. Diese Produktreihe soll schon bald und definitiv bis Ende 2018 erscheinen.
  • Die DSA-Einsteigerbox, deren Erscheinungstermin sich auf Januar 2019 verschoben hatte, macht zumindest in der Theorie einen soliden Eindruck. So liefert diese spielfertige Archetypen mit jeweils einem eigenen Solo-Abenteuer, ein Gruppenabenteuer in Tutorial-Form mit ausführlichen Erklärungen der Regeln sowie ein klassischeres Gruppenabenteuer samt weiterführender Szenarien. Zusammen bilden all diese Abenteuer eine Kampagne aber auch eine Art Lernkurve für angehende Rollenspieler. Zudem enthält die Box ein Regelheft, eine Mini-Regionalbeschreibung (Grafschaft Heldentrutz in Weiden), diverse Handouts, Karten, Acryl-Spielmarker und Würfel.

Über weitere zukünftige Publikationen wissen wir, wie gesagt, nicht viel. Die Redaktion scheint allerdings ziemlich fest davon auszugehen, dass 2019 drei neue Regionalbeschreibungen mit dem Fokus auf nicht-mittelreichischen Gefilden erscheinen werden. Vielleicht sogar vier. Ansonsten wurden noch neue Publikationen für die Gildenmagier (sehr vage) angeteased.

Vorträge, Worshops, Panels

Das Con-Programm abseits der Spielrunden und Ausstellerständen stellt für mich immer ein Must-Have dar. Auch diesmal habe ich einige der angebotenen Workshops besucht.

Zum einen war da der “Wie gestalte ich ein Detektiv-Abenteuer?“-Workshop mit Andreas Melhorn. Dieses Genre gehört zu den schwierigsten im Rollenspiel und hat ein hohes Frustpotential, sowohl für die Spieler als auch für die Spielleiterin. Zusammenfassend und als einen übergeordneten Tipp könnte man das “Scheiß die Helden mit Hinweisen zu”-Prinzip erwähnen. Sprich: die Arbeit der Spieler und der Charaktere soll nicht darin bestehen, die Hinweise zu finden, sondern darin, diese zu deuten. Wer mehr erfahren möchte, darf sich auf das Buch “Abenteuer gestalten” von Andreas Melhorn freuen, das 2019 beim Verlag System Matters erscheinen wird. Ich halte auf jeden Fall danach Ausschau.

Das Workshop zum Thema „Immersion durch Interaktion mit der Welt“ mit Stefan Küppers fiel für mich persönlich weniger interessant aus, da die erwähnten Tipps in meiner Gruppe ziemlich routiniert eingesetzt werden. Immerhin kann ich bestätigen, dass diese die Immersion tatsächlich fördern. Ein paar Beispiele: die Welt und die NSCs sollen auf die Helden abhängig von deren bekannten Taten unterschiedlich reagieren; die Helden sollen die Konsequenzen ihrer Handlungen unmittelbar erleben; Einsatz von Stimmungsbildern und Musik, und so weiter.

Schließlich setzte ich mich auch ins Publikum beim Panel zum Thema Nachwuchsförderung. Hier tauschten sich in der Szene aktive “alte Hasen” aber auch ein paar Rollenspiel-Neueinsteigerinnen aus und besprachen die Möglichkeiten von Promotion über YouTube und Twitch, die Unterschiede zwischen dem deutschen und amerikanischen Markt, Einstiegshürden und und und. Hier erfuhr ich von dem Verein Dragon Legion e.V., der sich gezielt Nachwuchsförderung im Rollenspiel widmet, international tätig ist und unter anderem Rollenspiele ins Repertoire des Schulunterrichts bringen will, da Rollenspiel ja bei der Entwicklung gleich mehrerer wichtiger Fertigkeiten hilft und dabei auch noch Spaß macht. Jeder, der die Motivation verspürt, da mitzuhelfen, kann sich gerne melden. Der Präsident des Vereins Ras Pechuel hat da wirklich große und interessante Pläne.

Jenseits des Tellerrands

Mein persönliches Highlight dürfte eine Entdeckung abseits von DSA darstellen: der kleine Verlag System Matters. Die beiden Geschäftsführer Patrick Jedamzik und Daniel Neugebauer widmen sich hauptsächlich Spielen, die keine große Einarbeitung brauchen, um schnell einen spaßigen Rollenspiel-Abend zu ermöglichen.

Besonders interessant in dieser Hinsicht erschienen mir die One-Shots, die so ziemlich nach dem “Plug and Play”-Prinzip funktionieren: One Last Job, Kagematsu, Ein ruhiges Jahr oder Die Liebe in den Zeiten des Seiðr. Jedes der kleinen Spiele basiert auf einem eigenen kleinen Regelset, und soweit ich verstanden habe, gehen alle eher in Richtung Erzählspiel. Die Plots sind überschaubar und füllen einen Abend mit leichter Unterhaltung und originellen Ideen. So zumindest die Theorie. Wie das in der Praxis aussieht, werde ich am eigenen Leib und dem meiner Mitspieler testen.

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Zorni
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Glückwunsch zu deinem ersten Artikel bei uns, sehr gelungen!

Thallion
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Vielen Dank für den tollen Bericht!

Nottel
DSAnews.de
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Danke für Deinen schönen Beitrag, mögen es noch viele mehr werden!

Melander
DSAnews.de

Auch von mir einen Glückwunsch für den sehr gelungenen ersten Beitrag!