Neuigkeiten aus der Welt des Schwarzen Auges (DSA)

DSA Jahresrückblick 2018: The good, the bad and the ugly

Wie es unter Bloggern und Zivilisten jeglicher Couleur guter Brauch ist, wollen auch wir auf das scheidende Jahr zurückblicken und reflektieren. Als größte Highlights des Jahres dürfte man die Crowdfunding-Aktionen nennen, seien es die im Frühjahr angekommenen Produkte aus früheren Kampagnen, oder ganz neue, von welchen zwei auch schon ausgeliefert wurden und teilweise große Wellen schlugen.

Ein zweiter sich fortsetzender Trend ist das Spiel mit dem Nostalgie-Faktor. Von Kaiser Retro bis zum überarbeiteten Silvanas Befreiung und von der Phileasson-Saga bis Havena. DSA1 scheint selbst heute noch neue Fans zu finden, was wahrscheinlich nicht zuletzt den entsprechenden Let’s Plays zu verdanken ist.

Aber alles der Reihe nach….

Es war einmal…

Anfang 2018 stand maßgeblich im Zeichen der Nostalgie. Man kann es heute kaum glauben, aber es gab tatsächlich mal eine Zeit ohne DSA-Crowdfundings. Dieser bereitete die Kaiser Retro Box noch 2017 ein würdiges Ende, wobei die Auslieferung Anfang 2018 erfolgte. Die Box wurde mehr als zwei schwer Kilogramm schwer und enthält eine Unmenge an DSA1-Produkten, DSA1-Produkten-mit-Kommentaren, DSA1-Remastered-Produkten und dergleichen mehr.

Nicht direkt verbunden, doch durch den Nostalgie-Faktor verwandt, trafen im Frühjahr auch der erste Sammelband der Phileasson-Romanreihe in der gecrowdfundeten Prachtausgabe bei den Unterstützern ein. Ein echtes Liebhaberprodukt, das seitdem in einer Crowdfunding-ähnlichen Form fortgesetzt wurde. Leider lief die Auslieferung nicht ganz reibungslos, weshalb sich die Ledereinband-Fans bis ins frühe 2019 gedulden müssen.

#penisgate: Wege der Vereinigungen

Und nun lasst uns von dem Elefanten im Raum und gleichzeitig dem bis dato erfolgreichsten Das Schwarze Auge-Crowdfunding reden. Was irgendwann vor Jahren als Aprilscherz begann, sorgte im scheidenden Jahr für gleich mehrere Wellen der Aufregung und brachte Ulisses Spiele eine gute Viertel Million Umsatz ein. Die Reaktionen auf die entsprechende Crowdfunding-Kampagne und die daraus resultierende Produktpalette reichten von “Unerhört!” über “Na und?” bis “Ist doch lustig!” Die Diskussionen waren heftig, inklusive Vorwürfe des Sexismus und Rassismus, und schwappten auch über die auf diversen Plattformen ausgetragenen Wortgefechte auf einige Geschäftsbeziehungen zwischen Autoren und dem Verlag hinaus.

Auch wenn der finanzielle Erfolg der WdV-Produktfamilie offensichtlich ist, haftet dem Ganzen ein negativer Beigeschmack an, der noch durch die gefühlte Nutzlosigkeit eines Sexregelwerkes für die meisten Spielgruppen verstärkt wird. Dafür haben wir eine Handvoll brauchbarer Abenteuer sowie eine nette Belhanka-Stadtspielhilfe bekommen.

Nebel, Kraken und Kultisten: Die Havena-Stadtspielhilfe

Auf eine gewisse Weise einen Gegenpol zu dem sehr kontroversen Wege der Vereinigungen bildete die allseits gefeierte Havena-Spielhilfe. Auch über Crowdfunding finanziert, orientierte sich der Band am Vorbild der beliebten Gareth-Box und ritt außerdem erfolgreich die Nostalgie-Welle der letzten Jahre. Abgesehen von den “üblichen Verdächtigen” wie Abenteuer, Kartenmaterial und Belletristik, die durch die Kampagne entstanden sind, wurde auch hier eine ganze Latte an DSA1-Produkten freigeschaltet, wobei der Klassiker “Silvanas Befreiung” sogar für DSA5 überarbeitet wurde.

Insgesamt scheint das Konzept einer Stadtspielhilfe nun zum zweiten (oder zum 2,5., wenn man Belhanka mitzählt) Mal sich als sehr beliebt bewiesen zu haben, und man darf auf weitere Bände dieser Art gespannt sein.

Eine schöne neue Welt: Aventurien zum Anfassen

Dieses Jahr hatten wir ungewöhnlich viele Überschneidungen zwischen dem Pen-and-Paper-Rollenspiel und dem Live-Action-Rollenspiel, sowie anderen Dingen, die Aventurien ein Stückchen realer machen. Zum einen erschien das (Überraschung!) über Crowdfunding finanzierte LARP-Regelwerk, bei dem die orkenspaltenden Kollegen Mháire Stritter und Nico Mendrek federführend waren.

Zum anderen gesellten sich einige neue Lizenznehmerinnen dazu, die sich auf unterschiedliche Richtungen spezialisiert haben, die man im LARP, am heimischen Spieltisch oder auch einfach als eine Art Souvenir verwenden kann, sei es Gewandungen, Accessoires oder Dokumente.

Und schließlich entstand, abseits der hippen Crowdfunding-Szene (aber nicht der hippen Retro-Szene), auch etwas wirklich noch nie dagewesenes: ein echter DSA-Escape-Room. Inspiriert von dem Abenteuer-Klassiker “Im Wirtshaus zum Schwarzen Keiler”, befindet sich der Raum im bayerischen Kaufbeuren und wird hoffentlich so erfolgreich, dass auch weitere Räume dieser Art entstehen.

Was sonst geschah…

Unglaublich, aber wahr: es gab auch Produkte, die auch auf die gewohnte Art und Weise den Weg zu den Käufern fanden. So zum einen die neuen Regelbände Aventurische Rüstkammer II, Aventurisches Kompendium II und Aventurische Magie III. Leider war gerade letzteres ein ziemliches Ärgernis, enthielt es doch in der Erstauflage zahlreiche Fehler, sodass der Verlag Errata und zusätzliches Material schnell nachliefern musste.

Deutlich überschaubarer ging es in diesem Jahr bei den restlichen Publikationen zu, erschienen doch abseits von Begleitprodukten wie Kartensets, Meisterschirm, Artbook, Vademeca, etc. nur wenige Romane und Abenteuer. Ein nettes Weihnachtsgeschenk wurde eine der heiß ersehnten Regionalspielhilfen, Die Flusslande, die sich den Provinzen Kosch und den Nordmarken widmet, und außerdem viele Informationen zu den Zwergen der Region beinhaltet.

…Und noch geschehen wird

Leider schafften es nicht alle erwarteten Produkte in die Hände der Fans. So blieb die Al’Anfa-Kampagne aus, die sich an die Anfang 2018 erschienene Dilogie von Heike Wolf anschließen sollte. Grund dazu waren wohl Veränderungen im Autoren-Team. Die DSA-Einsteigerbox ist zwar fertig geworden, schaffte es aber durch Verzögerungen in der Produktion nicht in den Verkauf. Schließlich wurde auch das Crowdfunding für Die Schwarze Katze auf Anfang 2019 aufgeschoben.

2019 dürfte außerdem DAS Jahr der Regionalspielhilfen werden, sind doch drei – laut der Redaktion – fest eingeplant, und eine vierte könnte sogar noch hinzukommen. Die Sternenträger-Kampagne aus der Feder von Dominic Hladek befindet sich ebenfalls in Arbeit und wird die Spieler mit der Kultur der Hochelfen bekannt machen. Was die weitere Planung angeht, hüllt sich der Verlag in borongefälliges Schweigen, sodass wir uns auf die Ankündigungen im nächsten Jahr freuen dürfen.

In diesem Sinne – einen guten Rutsch und ganz spannende Spiele wünschen euch DSAnews!


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Queery
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Queery
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Und es war ein großartiges Jahr für DSA-News, was sich mit diversen guten Beiträgen und viel viel Arbeit in unser aller Herzen geschrieben hat. Mir persönlich gefallen v.a. die Interviews sehr gut und insgesamt die Verzahnung zu unterschiedlichen Projekten und Foren (die ich sonst manchmal weniger wahrgenommen hab). Ihr lebet hoch!