Mike Krzywik-Groß hört auf

Autor Mike Krzywik-Groß hat auf seinem Blog ein Ende seiner Arbeit für DSA verkündet. Ähnlich wie Autor Michael Masberg, der bereits vor zwei Wochen seinen Ausstieg verkündete (wir berichteten), sieht auch Krzywik-Groß unüberbrückbare Differenzen mit der DSA-Redaktion, die ihm eine weitere Zusammenarbeit unmöglich machen. Konkret kritisiert er den bald erscheinenden Regelband Wege der Vereinigungen, der für ihn ein nicht erträgliches Maß an Sexismus und Rassismus enthält.

In einer Würfeltabelle, die absurder kaum sein kann (es geht um die Länge von männlichen Geschlechtsteile), erhält ein Schwarze Charakter einen Bonus. Gäbe es keinen rassistischen Hintergrund könnte man den Kopf schütteln, vor so viel kleine-weiße-Jungs-Humor, so geht das natürlich nicht. Es handelt sich um nichts anderes als das Wiedergeben von rassistischen Klischees und eine kolonialistische Reduktion auf die animalische Wildheit von Schwarzen, was offensichtlich sein sollte. Nicht jedoch für den Verlag, der ebendies publizieren lässt.

Ulisses hat mittlerweile auf Twitter angekündigt, die von Krzywik-Groß im Artikel geforderte Stellungnahme bald nachreichen zu wollen. Sobald diese erschienen ist, werden wir sie hier nachreichen. Auch Scriptoriums-Autor Kearnaun, der für das im Blog-Artikel kritisierte Cover verantwortlich zeichnet, hat inzwischen eine eigene Stellungnahme veröffentlicht.

Mike Krzywik-Groß war seit 2010 als DSA-Autor tätig und hat in dieser Zeit die drei Romane der Mortis-Trilogie (Riva Mortis, Angbar Mortis, Tuzak Mortis), je eine Kurzgeschichte in den Anthologien Schattenlichter und Das Echo der Tiefe sowie für den Aventurischen Boten geschrieben. Zudem war er für das maraskanische Fachlektorat zuständig.

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11 Kommentare
  1. Zorni sagt

    Wir möchten euch ermuntern, dieses Thema sachlich zu diskutieren! Achtet dabei bitte auf eure Wortwahl. Rechte Kampfbegriffe, Beleidigungen, Hetze, Unterstellungen o.ä. werden wir nicht zulassen und entfernen.

  2. Oil sagt

    Also ich weiß nicht, was Krzywik-Groß einem sagen möchte. Wenn von der hiesigen Welt auf Dere abgeleitete Fakten Rassismus sein sollen, dann gibt es wohl nichts was nichts auf Dere was nicht rassistisch wäre. Was er mit kolonialistisch meint, kann ich nicht einmal erahnen.
    Ich denke er brauchte nur einen Aufhänger um die Redation zu verlassen.

    1. Oil sagt

      Kleine Korrektur =)

      * dann gibt es wohl nichts auf Dere was nicht rassistisch wäre.

  3. Xeledon sagt

    Bitte missverstehe das jetzt nicht als persönlichen Angriff, aber die Tatsache, dass du, lieber Oil, dieses “Neger haben eben lange Schwänze” als irdischen Fakt empfindest und nicht als rassistisches Klischee, reicht in meinen Augen eigentlich schon als Argument, die zur Diskussion stehende Würfeltabelle für problematisch zu halten. Das Kolonialismus-Fass rein auf Basis desselben Rassen-Bonus in der Penis-Längen-Würfeltabelle aufzumachen, geht mir zwar ebenfalls zu weit (ehrlich-neugierige Frage an Mike, falls er das hier jemals lesen sollte: ist die Gleichung “je länger der Penis, desto wilder der Sex” nicht eigentlich auch ein ziemlich diskriminierendes Stereotyp, über das man mal diskutieren sollte?), im Gesamtzusammenhang der vorgebrachten Kritik meine ich jedoch auch hier zu verstehen, woher er kommt und warum er das problematisch findet.

    Ich bin nach wie vor ein großer Fan von praktisch allem, was der Mike mit dem unaussprechlichen Nachnamen so treibt. Und ich bin überzeugt davon, dass er da keineswegs eine Ausrede sucht, sondern ehrlich hinter seiner Entscheidung steht, die ich gleichermaßen bedauere, wie ich sie nachvollziehen und verstehen kann. Zwar empfinde ich die Sache an sich bei weitem nicht als so problematisch wie er, nichtsdestoweniger finde ich seine Entscheidung konsequent und schlüssig. Er schreibt ja auch explizit, dass er in jüngerer Zeit schon häufiger über manches die Stirn runzelte und insofern hat der beschriebene Vorfall sicherlich als Auslöser für eine Entscheidung gedient, die nicht völlig spontan aus dem Nichts kommt, ihm aber quasi vorzuwerfen, er hätte nur auf so etwas gewartet, um das durchziehen zu können und würde das deshalb größer aufblasen, als es seine ehrliche Überzeugung ihm gebieten würde, halte ich für falsch.

    1. Oil sagt

      Entschuldige Xeledon aber genauso wie in der Würfeltabelle nördliche DSA Menschentypen eher blond und blauäugig herausgespuckt bekommen und südländische DSA Menschentypen eher dunkle Haare und Augenfarben haben, wurde auch der Durchschnitt des Penisses von der Erde adaptiert. Oder haben Asiaten im Durchschitt auf der Welt nicht doch kürzere Penisse als beispielsweise Europäer und Afrikaner im Durchschnitt nicht doch längere Penisse als Europäer? Ist doch hundertfach so untersucht und herausgefunden worden.
      Es gibt nunmal durchschnittliche körperliche Unterschiede die man nach Herkunft benennen kann und das ist auch gar nicht schlimm. Das unterstellt auch nicht, dass alle so oder so sind und bedient auch keine ‘rassistischen’ Klischees.
      Mir Schimpfworte wie ‘Neger’ für das Erwähnen der Unterschiede zu unterstellen tut auch nicht not.
      Aus welchen Gründen er nun die Redaktion verlassen hat, das erschließt sich mir daher nicht.

      1. Cifer sagt

        Meines Wissens sind die Längenverhältnisse in der Tat umstritten – Franzosen und Italiener haben wohl im Durchschnitt “den Längeren”, wenn man sie mit diversen afrikanischen Ländern vergleicht. Also +3 Bonus für Horasier?
        Der wesentliche Punkt daran: Afrika ist ein Kontinent mit 1,2 Milliarden Einwohnern. Wenn man Aussagen über “den (Schwarz-)Afrikaner an sich” macht, dann greift man mit einer großen Wahrscheinlichkeit für sehr viele Menschen daneben. Und damit verkommt die Wissenschaft zu einem bloßen Anstrich, einem Vehikel für “hihi, die Schwarzen haben die dicken Dinger”, was eben genau die Verbindung zu den den rassistischen Aussagen vom triebgesteuerten Schwarzen ist, die aktuell auch wieder aufflammen.

        1. FRAZ sagt

          Die meisten Studien zur Penislänge basieren auf Befragungen. Und siehe da, als in einer Studie dann mal nachgemessen wurde kam heraus, dass die durchschnittliche Penislänge um ein paar Zentimetern unter den bisherigen Annahmen liegt.
          Und dann gibt es da natürlich noch Unterscheidungen zwischen Fleischpenis und Blutpenis.
          Für mich persönlich ist der einzige legitime Grund für eine Forschung über Penislängen den offenbar weit verbreiteten Penisneid einiger Männer entgegen zu wirken.
          Über eine Tabelle, um seine Penislänge im Rollenspiel auszuwürfeln, habe ich zuletzt mit 16 Jahren geschmunzelt und dann sofort wieder vergessen. Für eine käufliche Produkt finde ich sowas einfach unwürdig. Aber gut, damit war zu rechnen und darum habe ich mir das Buch auch nicht gekauft.
          Wenn in dem Buch aber rassistische oder sexistische Untertöne mitschwingen, geht das mal gar nicht. Auch dann nicht, wenn die Autorinnen und Autoren sich dessen offenbar gar nicht bewusst waren.

        2. Oil sagt

          Dir Untersuchung der Penisgrösse hat nichts mit vermeintlichen triebgesteuerten Schwarzen zu tun. Keine Ahnung wie du da die Verbindung ziehst. Und natürlich trifft man mit einem Durchschnittswert nur einen Bruchteil der Erfassten. Für diese Tabelle wurden Durchschnittsdaten über bestimmte Weltbevölkerungsgruppen genommen die so oder so ähnlich zigfach herausgefunden worden sind. Da spielt es dann keine Rolle ob im Ammergau alle nen 3 Meter Prügel haben oder einzelne Länder da herausfallen. Um es kurz zu machen. Ich sehe nicht den Hauch von Rassismus in so einer Tabelle und ich halte auch nichts von solch masslos überzogenen Vorwürfen. Ich sehe schon den nächsten der sich über die Bilder echauffiert weil ja dies und das nicht gemalt wurde. Der sexismus Vorwurf steht ja schon im Raum. Die Redaktion sollte sich nicht nach den lautesten richten.

          1. Reißklaue sagt

            “Und natürlich trifft man mit einem Durchschnittswert nur einen Bruchteil der Erfassten. ”

            Ich stimmt dir hier vollkommen zu. Zumal die Tabelle ja nicht automatisch aussagt: Jeder “Moha”* hat einen großen Penis. Nein, gerade nicht. Allerdings stimmt es, dass es (ein paar) “Mohas” mehr als Mittelländer (Tulamiden/Zwergen/Elfen) gibt, die einen großen oder sehr großen Penis haben. (Der Wert “durchschnittlich” liegt bei beiden gar nicht einmal so weit auseinander 46,3 % bei Mohas zu 48,1 % bei Mittelländern).

            Dass nun die Thorwaler eigentlich noch extremer sind, was diese Verteilung angeht, darüber scheint sich hingegen keiner aufzuregen.

  4. FRAZ sagt

    Zum Thema Sexismus gibt es ein sehr bewegendes Video auf YouTube:
    Schau dir "Lieber Papa   #Dear Daddy" auf YouTube an
    https://youtu.be/2yFJpTemg0M