Was macht eigentlich… Karl-Heinz Witzko?

In unserer neuen Rubrik “Was macht eigentlich…?” gehen wir auf die Suche nach den alten Machern von DSA und wollen in Erfahrung bringen, was sie heute so treiben. Den Anfang macht das DSA-Urgestein Karl-Heinz Witzko.

Von den unzähligen Autoren, die Dere in den letzten Jahrzehnten mit Leben füllten, gab es nur wenige, die mit ihrem besonderen Stil und ihren kuriosen Ideen einen so bleiben Eindruck hinterlassen haben wie Karl-Heinz Witzko. So gab er den bis dahin farblosen Regionen Maraskan und Nostergast einen neuen Anstrich, und blieb mit seinen humorigen Solo-Abenteuern und Romanen so manchem DSA-Spieler auch viele Jahre nach seinem Ausstieg aus der Redaktion noch in liebevoller Erinnerung. Auch heute noch zählt Westwärts, Geschuppte! mit den Undercover-Alrik-Marus zu den beliebtesten DSA-Romanen. Witzkos letzte DSA-Publikation liegt nun schon 16 Jahre zurück. Zeit also, um herauszufinden, was er in der Zwischenzeit gemacht hat und ob es ihn manchmal nach Dere zurückzieht.

Hallo Karli, vielen Dank dass du dich für unsere neue Rubrik “Was macht eigentlich…?” zur Verfügung stellst.

Der Rubrikname verrät es ja bereits, daher die Frage: Was macht eigentlich Karl-Heinz Witzko heutzutage?

Ich bin der Fantasy treu geblieben, zwar nicht mehr als Spiele-Autor, aber als Verfasser von Romanen und gelegentlich auch Kurzgeschichten. Als solcher erfinde ich nach wie vor Völker und Kulturen mit eigenartigen Bräuchen. Ich habe einige humoristische Romane geschrieben wie die Koboldgeschichten oder auch Dämon wider Willen. Neuerdings geht es allerdings wieder düsterer bei mir zu. Mein aktueller Roman ist Blut der Götter (ja, so ähnlich wie das Abenteuer von Uli Lindner). Darin wird die Geschichte einer Stadt erzählt, die eines Tages Besuch von einer riesigen feindlichen Flotte bekommt, sowie einem ihrer Bewohner namens Nicola, der mit etwas sehr Düsterem und Gefährlichem konfrontiert wird und lernen muss, dass Geister tatsächlich existieren und nicht – wie er bis dahin glaubte – Geschwätz sind. Das ist eine sehr blutrünstige Geschichte. Ähnlich verhält es sich mit dem Roman, an dem ich derzeit noch sitze, der womöglich noch etwas düsterer ist. Allemal ist er eine seltsame Geschichte. Vielleicht lese ich dieses Jahr noch aus ihm vor.

Ich bin regelmäßig auf dem DreieichCon anzutreffen und jetzt im Juni auch auf dem NordCon. Dort lese ich dann aktuelle und manchmal auch unveröffentlichte Texte – und manchmal auch ganz alte, wie etwa auf dem letzten DreieichCon, wo ich zum allerersten Mal aus „Westwärts, Geschuppte!“ vorgelesen habe. Vielleicht wiederhole ich das auch irgendwann mal.

Beschäftigst du dich heute auch noch mit DSA?

Nicht sehr oft. Ich hatte bis vor kurzem jahrelang keine eigene Spielrunde mehr und kam daher nur sehr, sehr selten zum Spielen. Ich lese sporadisch in DSA-Foren mit oder in den einschlägigen Gruppen bei Facebook, wo ich mitunter auch einen Kommentar abgebe.

Bernhard Hennen hat ja zu DSA zurückgefunden, wäre für dich so etwas auf Basis deines früheren Schaffens auch denkbar?

Jain. Wenn man wie ich mehr als zehn Jahre lang bei DSA mitgearbeitet hat, so hat man immer noch einige Ideen übrig, die man nie umgesetzt oder ausgearbeitet hat. Man wirft die ja nicht weg wie einen Stapel alter Notizen, sondern entwickelt sie nur nicht mehr weiter. Ich denke dabei etwa an die gelegentlich von mir erwähnten „Fürsten der Zweiten Saat“ oder den vage angedeuteten maraskanischen Hyperorganismus oder ein zeitgemäßes Update des Maraskanveteranen, der in den Anfangsjahren von DSA als Hintergrund recht beliebt war und über den man ständig stolperte usw. Aber das restliche Aventurien hat sich ja auch weiterentwickelt und da ist vieles an mir vorbeigegangen. Ich habe allerdings in neuerer Zeit einige dieser alten Ideen wieder aufgegriffen. Die Prämisse meines Roman „Blut der Götter“ basiert etwa auf einer Episode der maraskanischen Geschichte, die ich seinerzeit fürs Lexikon erfunden habe und von der ich immer dachte, dass man mehr hätte daraus machen können, während die Geschichte, die ich für Carolin Gmyreks Ungeziefer-Anthologie geschrieben habe, eine Szene aus Die beiden Herrscher wieder aufnimmt und in eine ganze andere Richtung entwickelt. Man landet dann nicht in Boran, sondern in Paris zu diversen Zeiten.

Wie viel Geld müsste bei einem Crowdfunding zusammen kommen, damit du eine Fortsetzung von „Westwärts Geschuppte“ schreibst?

Ich habe keine Ahnung, wie man ein Ziel bei Crowdfunding kalkuliert, aber wenn dabei 224438€ zusammen kämen, wie bei Wege der Vereinigungen, würde ich bestimmt nicht lange zögern. Aber es gibt noch einen anderen Faktor, nämlich die erwartete Anzahl von Lesern. Als Autor will man gelesen werden und eine Aktion wie die von Wu-Tang Clan, die eine CD in einer Auflage von genau einem Exemplar herausbrachten und dann entsprechend teuer verkauften, ist nicht jedermanns Sache. Als ich meine ersten DSA-Romane schrieb, hatten die noch Verkaufszahlen von fünfzehn- bis siebzehntausend Stück, aber schon bei „Westwärts, Geschuppte“ waren das nur noch sieben- oder achttausend, und heutzutage sind die Auflagen meines Wissens nach noch deutlich niedriger. Für einen Autor ist das sehr unbefriedigend. Bernhard und Robert haben mit ihrer Phileasson-Saga ganz andere Voraussetzungen, weil sie  auf eine große Leserschaft jenseits von DSA zurückgreifen können. Dass ein Roman, der in Aventurien spielt, schon vor seiner Veröffentlichung auf der Spiegel-Bestsellerliste landet, ist ja nicht alltäglich.

Tatsächlich stellen meine Romane Die Kobolde, König der Kobolde und Dicke rote Männer gewissermaßen ein Reboot von „Westwärts Geschuppte“ dar, wobei meine Marus, die vorwiegend deswegen nicht ständig jemanden umbrachten, weil sie ihn dann aufessen mussten, durch eine Bande koboldischer Kidnapper ersetzt wurden, die trotz ihrer Tätigkeit friedlicher sind. Die Stimmung ist dadurch etwas anders.

In deiner letzten Publikation, Blut der Götter, wird von Kritikern neben dem Setting selbst auch wieder dein feiner Humor gelobt.  Wie wichtig ist es dir generell, Humor in deine Werke einzubringen? Fantasy ist ja oft auch eine bierernste Angelegenheit.

Fantasy und Humor sind tatsächlich nicht die populärsten Nachbarn und es gibt Leser (und Spieler!), die eine Vermischung von beidem sehr kritisch sehen. Als Autor gilt man dann schnell als unseriös. Aber Humor ist ein vielfältig verwendbares Stilmittel. Man kann damit Kontraste erzeugen oder verstärken, und durch einen geeigneten Wechsel aus leicht, locker, humoristisch und ernst, bedrohlich, brutal die Leser sozusagen einem literarischen Wechselbad unterziehen. Man kann damit Inhalt verpacken, die für sich allein gesehen nicht sonderlich spannend, aber dennoch nötig sind, oder von denen man als Autor nicht möchte, dass die Leser schon an dieser Stelle erkennen, wie wichtig sie noch für die Geschichte sein werden. Frei nach dem Motto: Und wir dachten die ganze Zeit, das sei ein Scherz … Schließlich versuche ich auch, meine Figuren menschlich zu machen. Daher sagen sie manchmal Unüberlegtes, oder es gibt auch Dinge, die ihnen schlicht peinlich sind. Manchmal bringe ich sie in genau eine solche peinliche Situation, die ihnen womöglich unangenehmer ist als jede Prügelei, und manchmal  kommentiere ich ihr Handeln ironisch. Wenn z.B.  jemand eine ernste und ausgefeilte Rede an die Bürger einer unterworfenen Stadt hält und sich herausstellt, dass die einzigen, die sie hören können, die Obdachlosen und Bettler sind, weil die besagten Bürger sich längst in ihren Häusern verbarrikadiert haben, so hat das etwas Komisches.

Wird das Setting aus Blut der Götter von dir fortgesetzt?

Das wollte ich ursprünglich und hätte ich auch von der Verlagsseite her gekonnt, aber dann habe ich mich umentschieden. Für die Leser ist das nicht weiter schlimm, da es ja eine abgeschlossene Geschichte ist, die man hätte fortsetzen können oder auch nicht. Das Problem war, dass der Roman trotz guter Besprechungen in der allgemeinen Wahrnehmung ziemlich untergegangen ist, was sich dann auch in den Verkaufszahlen niederschlug. Und wenn ich aus unserer Gezeitenweltserie etwas gelernt habe, dann dass sich der zweite Band keinesfalls besser verkauft als der erste. „Blut der Götter“ wurde auch vorwiegend von Leuten besprochen, die noch nie etwas von mir gelesen hatten. Meine Stammleser sind in der Hinsicht extrem verschwiegen – warum auch immer. Das ist nicht gut, denn in einer Zeit, wo der Buchmarkt ganz allgemein schrumpft, ist man als Autor auf ihre Unterstützung und Mundpropaganda besonders angewiesen.

Was macht man als Autor in so einem Fall? Man kann entweder auf bessere Zeiten warten und hoffen, dass einen die Geschichte dann noch interessiert, oder man nimmt das, was man als Kern seiner ursprünglichen Idee ansieht, verpackt ihn neu. Erfahrungsgemäß ist mir das Ergebnis meist zu mager, weshalb ich dann zusätzliche Handlung erfinde, wodurch dann nach und nach etwas ganz Anderes entsteht. In diesem Fall hat das neue Setting gewisse Ähnlichkeiten mit dem alten. Wir haben wieder eine Stadt als Schauplatz, die allerdings der Legende nach älter ist als ihr gesamtes Umland, und einen Protagonisten, der gleich zu Beginn alles vermasselt und dafür bezahlen muss. Ich werde auf meiner Facebookseite rechtzeitig darüber informieren, wann der Roman erscheinen wird.

Wenn Karl-Heinz Witzko ein DSA-Charakter wäre, welcher wäre er dann?

Darüber habe ich lange nachgedacht und bin dann zu dem erschütternden Ergebnis gekommen: Keiner den man in seiner Spielrunde haben möchte, nämlich ein Echsengott. Warum das? Bekanntlich haben H’Ranga-Gläubige sehr gute Gründe, warum sie ihren Göttern lieber nicht auffallen wollen. Als Autor war ich Schöpfer zahlreicher Figuren innerhalb und außerhalb von DSA, ja sogar ganzer Völker. Die meisten haben keine guten Erfahrungen mit mir gemacht, da ich sie geschwind auf mehr oder weniger unerfreuliche Weise in Jenseits befördert habe. Selbst die angeblichen Lieblinge blieben davon nicht verschont, sondern durften sozusagen als Zeichen meiner besonderen Hochschätzung das abscheuliche Ende von Freunden, Verwandten und Haustieren miterleben. Ich habe keine einzige Figur erfunden, die von der Wiege bis zur Bahre glücklich und zufrieden gewesen wäre und ein Leben voller fröhlicher Geburtstage, wunderbarer Urlaube und reizender Bekanntschaften mit Tee, Keksen und Kakao geführt hätte. Einer der wenigen, denen es etwas besser erging, war Scheijian von Tarschoggyn. Der hatte wenigstens eine glückliche Kindheit und intakte Familie, auch wenn er später zum Auftragsmörder wurde. Aber irgendetwas ist ja immer. Die Marus von Maru-Zha haben das recht gut erkannt. Es ist Kr’Thon’Chh einerlei, ob sie jemanden umbringen oder selbst umgebracht werden, solange es der Unterhaltung dient.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast & alles Gute!

Jetzt seid ihr gefragt! Wie gefällt euch dieses neue Format? Von wem würdet ihr in einer der folgenden Ausgaben gerne wissen, was er heute so treibt? Wir freuen uns auf euer Feedback!

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18 Kommentare
  1. Bloody sagt

    Super Rubrik und super Interview. Hätte auch gerne doppelt solang sein können. 🙂

    “Westwärts Geschuppte” sorgt bei mir immer noch für Tränen vor Lachen beim Lesen.

  2. Skyvaheri sagt

    Ich finde dieses Format klasse und freue mich auf weitere Interviews! Witzko ist einfach einer der Besten! 🙂

    Sky

  3. Balrikshuber sagt

    Klasse Idee. Von wem würde ich gerne mehr wissen? Die Liste ist lang: Thomas Römer, Florian Don-Schauen, Ina Kramer, Anton Weste, Martina Nöth, Momo Evers und und und…

    1. Zorni sagt

      Gute Ideen dabei – Der Anton Weste ist derzeit noch aktiv für DSA und arbeitet an der Havena Ausgabe, die bald ins CF geht. Die anderen kommen mal auf die Liste, danke 🙂

  4. Grumbrak sagt

    Sehr gute Idee und schönes Format, nur zu kurz.

    @KHW:

    Das Buch “Ungeziefer” habe ich nur wegen Dir gekauft. Leider vermute ich, dass nur sehr wenige Leser die Protagonisten wieder erkennen, möge die Bruderschwester ihnen eine neue, bessere Chance geben. Preise die Schönheit!

    Aber ich schreibe nicht, um meine Weisheit des Erkennens zu preisen (oder doch?) sondern um folgendes anzuregen:

    Wenn schon Bernhard und Robert die alte Phili Saga vermarkten, magst / kannst / darfst Du nicht auch die alten Solo AB’s zu einem Roman verwurschteln? Und der Werbeslogan *Aus der Welt Phileassons* kommt quasi umsonst mit.

    Ich bin sicher Du kannst den Kreis vollenden (welchen Kreis lassen wir der geneigte Leser an dieser Stelle offen, so bleibt mehr Spielraum).

    MFGrumbrak

    1. Karli sagt

      Hallo Grumbrak,
      ganz abwegig ist der Vorschlag nicht, denn als ich die Soli damals schrieb, sah ich sie als etwas entfernt ähnliches an. Ich dachte ja nicht, dass ich eines Tages tatsächlich einen Roman schreiben würde. Ich glaube dennoch nicht, dass das funktionieren würde und zwar deswegen:
      Ein Solo lebt von ständigen Entscheidungssituationen und zwar sowohl von naheliegenden („Wollen sie links oder rechts gehen?“) als auch überraschenden („Oder wollen Sie lieber derb fluchen?“). Man entscheidet sich zwar letztlich für eine Möglichkeit, weiß aber, dass man auch anders hätte handeln können oder sogar sollen. Das kann man in einem Roman nur bedingt nachbilden. Man könnte den Protagonisten zwar hin und wieder seine Entscheidungen hinterfragen lassen, aber wenn man das zu oft machte, wie das eben in einem Solo üblich wäre, so käme man wohl als Leser zu dem Schluss, dass der Protagonist ein ernstes psychisches Problem hätte und sich um einen Therapieplatz bemühen sollte.
      Ein Solo besteht ja eigentlich aus vielen Geschichten, je nachdem welche Entscheidungen man getroffen hat. Sinnvollerweise würde man sich darauf beschränken, nur die Fixpunkte der Geschichte zu übernehmen, also die Abschnitte, durch die man auf jeden Fall kommt, ganz gleich, wie man sich vorher entschieden hat. Damit weicht man aber meines Erachtens recht weit ab, von dem, was die Vorlage und ihren Reiz ausmacht.
      Bei einem Solo erzählt man eine Geschichte in winzigen Häppchen, und man hat eigentlich immer nur fünf oder sechs Zeilen Zeit, um das Interesse seiner Leser wach zu halten. Man formuliert also spannend oder lustig, aber auf keinen Fall belanglos, kurzum: knapp und pointiert. Das ist etwas, was mir immer am meisten Mühe bereitete. Romane erzählt man in viel größeren Blöcken und man lässt sich auch mal Zeit, um eine Stimmung aufzubauen, wofür man in einem Solo fünf oder zehn Abschnitte benötigt hätte. Man gibt auch mehr vom Innenleben des Protagonisten preis, was ja in einem Solo, fast völlig ausgeschlossen ist.
      „Aus der Welt Phileassons“ wäre in der Tat kein schlechter Slogan. Allerdings weckt man damit auch Erwartungen bei den potenziellen Lesern, die man als Autor möglichst einlösen sollte. Ich fürchte aber, dass es zu einiger Irritation führen würde, wenn Bernhards und Roberts mutige Thorwaler bei mir plötzlich nur noch als „transingvalisches Geschmeiß“, „thorwalsches Diebesgesindel“ oder „großmäulige Dottirsons“ Erwähnung fänden, oder das sicherlich schmucke Städtchen Thorwal beschrieben würde als „Jauchegrube, in der sich nur eine Made wie Swafnir wohlfühlen kann“. (Das Letzte ist nicht von mir, sondern aus einem Abenteuer, das Uli Kiesow leitete, aber ich wollte es mal verbreiten).
      Grüße Karli

      1. Grumbrak sagt

        Hallo Karli,

        ich hoffe, Du verzeihst dem Ork, die vertrauliche Anrede, wenn er Dich so anredet, wie Du Dich selbst nanntest, ohne es ihm zu gestatten.

        Obwohl ich nicht mit einer Antwort gerechnet habe, freut es mich doch, dass Du zumindest noch genauso “Fan-nah” bist, wie gehofft. Dankeschön erst einmal dafür.

        Die Argumente, dass ein Soloabenteuer nur schwer in einen Roman umzuwandeln ist, kann ich gut nachvollziehen und gebe Dir als alter “ja-sager” natürlich Recht. Wenn Du nun ein “Aber” vermutest, dann enttäusche ich Dich einmal, denn schließlich bist Du es ja, der den Roman schreiben müsste.

        Beim “Slogan” hingegen wirst du nicht enttäuscht, hier muss ich dir widersprechen! “Aus der Welt des …” heißt ja nicht, dass die Protagonisten dies selbe Weltsicht haben müssen. Lieber noch das Gegenteil. Es spielt in derselben Welt und diese Erwartung wirst Du nicht enttäuscht können. Es sei denn Du legst es darauf an, denn Du hast die Welt zumindest das insektenverseuchte Stück davon ja mitentwickelt hast, daher kannst Du nicht eigentlich daneben liegen.
        Grade die mehrdeutige Sicht auf Personen/ Orte und Ereignisse und mehr noch die komplett entgegengesetzte Sichtweise helfen es dem angehenden Rollenspieler (und auch anderen Menschengruppen, wie der Leser eine ist) zu verstehen, dass es immer mehrere (im idealsten maraskanischen Sinne 2, 4 oder 8) Sichtweisen gibt.

        Die Romane um Answin und Galotta (& Magische Zeiten – ich weiß nicht, ob du das alles gelesen hast) zeigen auch eine ganz andere Wahrheit, als die welche man als Spieler kennt… Und läßt mich manches Mal schmunzeln über die (nachträglich eingeführte) Tiefe der Handlung.

        Ich kann Dir auch nicht versprechen, ob oder dass so ein Roman erfolgreich wird und ob und welche Rechte man als Autor beachten muss. Dazu bin ich zum Glück zu weit weg von Verlagsangelegenheiten oder Autorenrechten (wer hat das Recht zu Aventurien was zu schreiben?).

        Aber auch wenn das aufspringen auf einen fahrenden Zug nicht ganz ungefährlich ist, man könnte unter die Räder kommen, so könnte es dennoch sinnvoll sein, den Schwung zu nutzen wenn man erst einmal auf dem Zug ist.

        Es gibt auf jeden Fall viele Fans und wenn eine “Krähen-Finanzierung” für Würfeltabellen auf Aus-Maße von Geschlechtsteile schon so erfolgreich ist, dann hoffe ich doch, dass Du es auch sein würdest.

        In dem Sinne hoffe ich doch sehr, Dich motiviert zu haben zumindest ganz abwegig scheint Dir der Gedanke ja nicht zu sein.

        Zweifach nicht einfach kommt der Gedanke! Preise die Schönheit!

        Grumbrak, der vermutlich einzige Ork auf Maraskan

  5. Thorsten Most sagt

    Danke für das Interview. Schönes Format und bei Neuigkeiten von Witzko freue ich mich eh immer.

  6. Sarafin sagt

    Richtig, richtig gut! Alle Daumen hoch! Ich mag Interviews – und am besten gefallen mir die, die man lesen kann. 🙂

  7. Amaryllion sagt

    Ganz großartiges Format, bitte mehr davon! karli wäre meine Nummer eins auf derer Liste gewesen, die in diese Rubrik passen. Von daher: gute Wahl! Ansonsten fallen mir noch ein (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
    Ragnar und Michelle Schwefel
    Lena Falkenhagen
    Tyll Zybura
    Uli Kneiphof
    Björn Berghausen
    Elias Moussa
    Andreas Michaelis
    Gun-Britt Tödter
    Walter Scholger / Willi Stumptner / Christian Janiesch

  8. Queery sagt

    Tolles Format und Interessantes Interview. Und KHW: Bitte, bitte, bitte mach nochmal was für DSA. Bitte…
    Ich fänd es ja am tollsten wenn du die Maraskan Regionalspielhilfe übernehmen würdest. Mit den Regionalsachen kommt Ulisses eh total langsam hinterher was viele Nervt und wer wäre in Sachen Maraskan besser geeignet als du. Nachher verhunst noch irgendjemanden die Insel. Ich weiß, dass du nicht allzu gute Erfahrungen mit Ulisses gemacht hast. Aber es gibt ja auch uns, die DSA Spieler/innen :-). Und es gibt glaub ich keinen Maraskan-Fan der nicht dich mindestens ebenso verehrt wie die Echsen die H-Rangar. In dem Sinne: Beachte mich gar nicht.

  9. Desiderius sagt

    Sehr schöne Idee und interessantes Interview! Ich hoffe du findest noch genug Leute um es auch wirklich zur Serie reichen zu lassen 😉

  10. Ardor sagt

    Finde das Format super! Karl-Heinz Witzko sowieso! Es wurden ja schon viele interessante Kandidaten genannt. Mir würde noch Ina Kramer einfallen, die DSA vor allem in den frühen Jahren maßgeblich (vor allem grafisch) mitgeprägt hat!

  11. Diana sagt

    Danke für das Interview. Vermutlich auf ewig mein Lieblings-DSA-Autor. Entfachte bei mir vor nicht ganz zehn Jahren eine Liebe zu Maraskan, die bis heute anhält. 😀 Von seiner Art Humor einzuflechten ganz zu schweigen.

  12. Megavolt sagt

    Ein schönes Interview!

    Eine etwas ältere, dafür aber ausführlichere Variante gibt es bei uns zu hören:
    http://www.eskapodcast.de/2016/10/09/folge-61-karl-heinz-witzko-rollenspiellegende-interview/

    🙂

  13. toedlicherErnst sagt

    Ein gelungenes Konzept, die alte Garde zu interviewen.

    Persönlich fände ich es schön, wenn zeitnah bekannt gegeben würde mit wem ein Interview geplant ist. Damit würde die Community Gelegenheit haben die ein oder andere Frage beizutragen.

    1. Zorni sagt

      Dem stünde ich offen gegenüber, das Problem sind die Reaktionszeiten der Autoren und die Zusagen häufen sich zur Zeit leider auch noch nicht soooooo hoch, als das wir lange planen können.
      Derzeit stehen einmal Antworten für den 2. Teil aus und diverse Anfragen sind noch unbeantwortet.

      1. toedlicherErnst sagt

        Das freut mich. Falls jemand zusagt und der Termin es zulässt, wäre es schön, das bevorstehende Interview kurz als News zu vermelden. In den Kommentaren können dann Fragen formuliert werden – ob diese zugelassen sind oder Sinn machen liegt natürlich bei Euch!