Was macht eigentlich… Lena Falkenhagen?

Foto: Antje S.

In unserer neuen Rubrik “Was macht eigentlich…?” gehen wir auf die Suche nach den alten Machern von DSA und wollen in Erfahrung bringen, was sie heute so treiben. Den Anfang machte in unserem ersten Interview das DSA-Urgestein Karl-Heinz Witzko, es folgte der ehemalige DSA-Autor Chris Gosse und heute haben wir für euch Lena Falkenhagen befragt

Hallo Lena, vielen Dank, dass du dich für unsere Rubrik “Was macht eigentlich…?” zur Verfügung stellst.

Plauder doch mal etwas aus dem Nähkästchen, welche Werke kann der geneigte Leser heutzutage von dir finden?

Ich bin ja seit 2012 eher in der Computerspiele-Industrie tätig. Jedes Mal, wenn ihr das Browser-Online-Game Drakensang Online aufmacht, ist die Chance groß, dass ihr Texte von mir lest oder eine Storyline spielt, die ich entworfen habe.

Im September gibt es von mir eine Spiele-App im Carlsen Verlag zu spielen, und ich schreibe in unregelmäßigen Abständen Kurzgeschichten. Die nächste erscheint im Verlag Torsten Low und spielt in den „Herbstlanden“. Der Erlös geht der Deutschen Krebshilfe zugute. Auch in der Karl-May-Anthologie, die der gleichnamigen Stiftung in Radebeul zugutekommt, gibt es eine Geschichte von mir.

Ich hoffe aber auch, dass von mir in den nächsten Jahren wieder ein Roman zu lesen sein wird. Das wird die Zeit zeigen.

Spielst oder leitest du heute auch noch DSA oder andere Rollenspiele – Pen&Paper als auch Computerspiele wie Drakensang?

Hell yeah! Ich leite immer noch mein Jahrzehnt des Feuers (bald ist es mehr als 10 Jahre …) in einer Runde, die sich unregelmäßig 0-3 Mal im Jahr aus der Eifel, Bielefeld, Paderborn, Hamburg und Berlin versammelt. Ich spiele jetzt im zweiten Run Witcher 3 durch und suchte nebenbei die Assassin’s Creed-Reihe (gleichzeitig Ezzio-Trilogie vol3 wie auch Origins).

Ansonsten leite ich eher Dresden Files oder Powered by the Apocalypse (Monster of the Week o.ä.). Dresden Files (die Romanreihe) und das Spiel auf Fate Core- Basis machen episch viel Spaß.

Ich spiele aber unregelmäßig auch noch gern Shadowrun, manchmal Splittermond und wünschte, ich hätte die Zeit, meine Night’s Black Agents-Kampagne zu starten. Das Dracula Dossier natürlich.

Du hast mit deinen Werken die Post-Borbaradianische Ära belebt und weiterentwickelt, dein Letztes Buch ist vor mehr als göttergefälligen Zwölf Jahren erschienen: was braucht es, damit du zurück nach Aventurien kommst?

Theoretisch ein Honorar, das als Schmerzensgeld für den Rechercheaufwand ausreichen würde. Praktisch ist es wirklich schwer zu prognostizieren, ob von mir noch ein Buch in Aventurien spielen wird.

Verfolgst du aktiv die Weiterentwicklung von DSA 5 mit dem Metaplot der neuen Abenteuer?

Nein, ich bin gar nicht auf dem Laufenden.

Was hältst du von der Crowdfunding Politik von Ulisses als Buchautor?

Crowdfunding ist eine legitime Strategie für Verlage, Bücher zu finanzieren, die eher Nischenprodukte sind oder zu testen, wie groß die Käuferschaft für ein Produkt ist.

Leider wird so das Finanzierungsrisiko auf den Kunden geschoben – wenn das Buch nicht erscheint (aus welchen Gründen auch immer) ist das Geld weg. Daher empfehle ich immer, sich vorher gut über den Anbieter zu informieren, bevor man auf „backen“ drückt.

Mit deiner jetzigen Erfahrung aus Workshops, würdest du deine Bücher von damals heute wieder so schreiben?

Teils, teils. Mein Erstling, „Schlange und Schwert“ stellt eine meiner Spielfiguren ins Zentrum der Geschichte. Dass das immer (IMMER!) eine dumme Idee ist, habe ich schon ab dem zweiten DSA-Roman „Boroninsel“ gelernt. Man ist seinen eigenen Spielfiguren einfach nicht objektiv genug gegenüber, da kämpfen „das würde mein Charakter nie tun“ des Spielers gegen das „die Dramaturgie erfordert das aber“ des Autors.

Inhaltlich und strukturell finde ich meine beiden DSA-Romane „Die Boroninsel“ und „Kinder der Nacht“ mit die besten, die ich geschrieben habe. Gerade die Boroninsel liebe ich noch immer. Das was damals meine Anne-Rice-Phase … (heute nennt man das Stephenie-Meyer-Phase …)

Aber natürlich habe ich viel dazugelernt seit damals. Das reduziert tatsächlich das Schreibtempo, weil man plötzlich auf viele Dinge achten muss und weiß, was man alles falsch machen kann.

Wie gehst du mit Fans um, die dir schlechtes Storywriting vorwerfen und auch nach Jahren noch die fragwürdige Handlungen von NPCs vorwerfen?

Manchen gebe ich recht. 😀 Nein, meine Kampagnen-Bände von damals würde ich heute sehr, sehr anders präsentieren und strukturieren. Fragwürdige Handlungen von NPCs muss man sich, wie ich finde, nicht vorwerfen lassen. Figuren sind dazu da, einen erzählerischen Nutzen zu haben. Da kann man das „Eigenleben“ nicht voranstellen. Und dazu kommt ja noch, dass jede Runde Figuren anders kennengelernt hat. Deutschland kann also kein einheitliches Nahema-Bild haben, weil Nahema sich in jeder Runde anders präsentiert.

Wenn Lena Falkenhagen ein DSA-Charakter wäre und sie nicht Yanis di Rastino sein darf – welcher wäre das dann? In welcher Region von Dere würdest du gerne deinen Lebensabend verbringen?

Ich wäre wohl die Nivesen-Schamanin und Wolfskind Kantala, die mit ihrem Rauwolf Ruokol rastlos durch die Lande zieht. Frei und ungebunden, aber weder in der Welt der Menschen noch in der der Wölfe so richtig beheimatet. Ein wenig romantisch und ein wenig tragisch.

Und meinen Lebensabend würde ich gern in Al’Anfa verbringen. Da wird es immerhin nie langweilig – und der Lebensabend ist in der Regel nicht allzu fern …

Nein, Scherz beiseite; mein Herz hängt da an Almada. Ein schönes Landhaus über einem Weinhang, Punin zum Einkaufen und zum Genuss kultureller Errungenschaften (und neuer Kleider) nicht fern .. Das könnte ich mir schon gefallen lassen.

Bosparanjer oder Ferdoker?

Eher Bosparanjer! Wer trinkt denn Bier? ;D Aber ehrlich gesagt lieber einen guten Almadaner, vielleicht einen weißen Horcher Kellerborzler oder ein trockenes Arivorer Blut (auch wenn das vom horasischen Erzfeind stammt …)

Ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast und wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft!

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Frosty PenandPaperFredoMorgoth von Feuerklinge Letzte Kommentartoren
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Morgoth von Feuerklinge
Gast
Morgoth von Feuerklinge

Ich finde diese Reihe einfach klasse. Sehr interessante Interviews immer. Könnt ruhig ein paar mehr Fragen stellen

Fredo
Gast
Fredo

Es würde mich interessieren zu erfahren was Peter Diehn, Ina Krämer und Stefan Küppers machen.