Was macht eigentlich… Uli Lindner?

Wieder hat sich ein ehemaliger DSA-Autor in unserer Rubrik “Was macht eigentlich…?” den Fragen der Community gestellt. Wir haben euch gefragt was ihr von Uli Lindner wissen wolltet und hier kommen die Antworten:

Hallo Uli, vielen Dank dass du dich für unsere Rubrik “Was macht eigentlich…?” zur Verfügung stellst.

Falls einige nicht wissen, wohin es dich nach DSA verschlagen hat: Woran arbeitest du zur Zeit? Bist du noch im Rollenspiel-Bereich tätig?

Ich hab den Rollenspiel-Bereich nie verlassen, sondern habe nach meiner Entlassung bei Ulisses parallel zur Endphase meines Studiums beim Uhrwerk Verlag verschiedenste Sachen gemacht. Das betraf damals vor allem Myranor, aber auch Systeme wie Dungeonslayers oder Deadlands, für die ich jeweils Abenteuer geschrieben habe.

Nach dem Studium habe ich dann auch fest als Redakteur bei Uhrwerk angefangen und war in der Funktion maßgeblich an der Entwicklung unseres neuen Fantasy-Rollenspiels Splittermond beteiligt. Das hat besonders viel Spaß gemacht, da ich dort mit vielen alten DSA-Kollegen arbeiten konnte, wie Thomas Römer, Tobias Hamelmann, Stefan Unteregger, Chris Gosse oder Lars Reißig.

Heute bin ich immer noch bei Uhrwerk, inzwischen aber als Verlagsleiter. In den letzten Jahren haben wir uns immer mehr vergrößert und da war es irgendwann nötig, dass einer den Chefhut aufzieht.Splittermond Die Magie Das heißt heute koordiniere ich vor allem die Arbeit der anderen Redakteure, mache die Kalkulation und Druckplanung der Produkte und übernehme allgemeine organisatorische Aufgaben. 

Daneben lasse ich es mir aber natürlich nicht nehmen, auch an konkreten Produkten Texte zu verfassen und Bücher als Redakteur zu betreuen, aktuell ausschließlich zu Splittermond. Aktuell liegt der Magieband für das System auf meinem Schreibtisch, zusammen mit Texten für die Spielhilfe zu den „Giftmischer-Assassinengnomen“ von Tar-Kesh.

Nur zum Abenteuerschreiben komme ich heute leider zeitlich nicht mehr, obwohl das für DSA immer meine liebste Tätigkeit war. Aber vielleicht finde ich da ja nochmal irgendwann Zeit für, Ideen habe ich genug.

Ist es besser Thomas Römers Chef zu sein oder Thomas Römer als Chef zu haben?

Das ist tatsächlich beides sehr angenehm, da Thomas eine sehr unaufgeregte und ruhige Art hat. Man könnte ja meinen, dass man nach über 20 Jahren in der Branche, den Großteil davon als Chefredakteur, Allüren entwickelt oder sich ungern was von anderen (und noch dazu jungen Emporkömmlingen ;-)) sagen lässt, aber das ist bei Thomas nicht im Geringsten der Fall.

Da ich aber grundsätzlich lieber die Richtung vorgebe als Befehle zu befolgen, präferiere ich es dann aber doch, der Chef zu sein.

Auf welchen deiner zahlreichen Beiträge für DSA bist du auch heute noch Stolz und warum?

Da fallen mir vor allem zwei Sachen ein: Die Dunkle Zeiten-Box und Von eigenen Gnaden. Ersteres hat mir selbst damals einen Traum erfüllt und ich bin sehr froh, dass Patric Götz (damals noch als Ulisses-Verlagsleiter) das doch riskante da sehr andersartige Projekt damals unterstützt hat. Die Arbeit an der Box hat tierischen Spaß gemacht und auf den Inhalt (und auf das ganze beteiligte Team) bin ich auch heute noch extrem stolz.

Von eigenen GnadenDie Dunklen Zeiten

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Von eigenen Gnaden würde ich in der Retrospektive zwar heute sicher ein paar Sachen anders machen, aber grundsätzlich gefällt mir das Abenteuer immer noch sehr gut – und es ist toll zu lesen, das heute immer Gruppen viel Spaß damit haben.

Zu guter Letzt bin ich auf die Myranor-Reihe bei Uhrwerk als Ganzes sehr stolz, denn wir (mit mir als einem Rad in einem großen Getriebe) haben da einem brachliegenden Setting neues Leben eingehaucht. Es ist sehr schade, dass das jetzt endet, aber mit der Süd-Myranor-Spielhilfe Jenseits des Nebelwalds haben wir immerhin einen würdigen Abschlussband.

Wie hat dir als Schöpfer der Wildermark-Kampagne der weitere Verlauf in „mit wehenden Bannern“  gefallen und welche Entwicklungen würdest du gerne in der Rommilyser Mark sehen?

Ich muss zugeben, dass ich Mit wehenden Bannern nicht gelesen habe, ich kenne nur den groben Inhalt vom Durchblättern, insofern kann ich da gar nichts Genaues zu sagen.

Würdest du, wenn du gefragt wirst, noch einmal etwas für DSA schreiben? Beispielsweise ein Dunkle Zeiten Setting auf DSA 5 bringen?

Aktuell hätte ich da keine Zeit für und ich bin auch bei Aventurien generell ziemlich raus. Ich kann da natürlich für die Zukunft nichts ausschließen, rechne aktuell aber nicht damit, in der näheren Zukunft irgendwas in der Hinsicht zu machen.

Wobei ich ja auch bis letztes Jahr noch an DSA gearbeitet habe, nur halt an Myranor. Aber die Frage zeigt ja mal wieder, dass das viele doch nicht als echtes DSA ansehen. 😉

Verfolgst du die Weiterentwicklung von DSA, den Regeln und dem Hintergrund noch weiter? Welche Emotionen verbindest du heute noch mit dem Thema?

Ich hab nach meiner Entlassung 2011 erstmal etwas Abstand zu DSA/Aventurien gebraucht und habe tatsächlich seitdem kein einziges Mal mehr DSA in Aventurien gespielt. Die ganze Schreiberei dafür war ja bis dahin ein wichtiger Teil meines Lebens, der von einem auf den anderen Moment weg war. Mit den Jahren sind diese „Wunden“ aber größtenteils geheilt und ich gucke mir wieder Sachen interessiert an.

An Emotionen verbinde ich mit DSA heute noch das wohlige Gefühl der rollenspielerischen Heimat, das bezieht sich aber vor allem auf die Sachen, mit denen ich früher gespielt habe oder an denen ich dann später mitgearbeitet habe. „Mein“ DSA ist halt DSA3 und DSA4 und das wird sich auch nie ändern. In den Regionalspielhilfen der grünen Reihe oder auch in der Dunklen Zeiten-Box blättere ich auch heute noch gerne.

Natürlich bin ich aber auch durchaus neugierig und verfolge aus der Ferne auch aktuelle Entwicklungen. Gerade das DSA5-Grundregelwerk hab ich mir natürlich näher angeschaut (gut, das war für die Myranor-Umsetzung auch nötig), ebenso wie die wichtigsten Quellenbände wie das Kompendium, die Rüstkammer und den Almanach. Die aktuellen Abenteuer hingegen verfolge ich nur sehr selektiv, da bin ich nicht wirklich auf dem Laufenden.

Wenn du Vargen und Gnome nach Dere bringen dürftest, wie würdest du sie integrieren?

Wenn etwas Fell hat und sprechen kann, gehört es natürlich nach Myranor. 😉 Und Gnome würde ich am ehesten da platzieren, wo sie auch auf Lorakis herkommen: die Feenwelten. Insgesamt aber müssen die nicht nach Aventurien, der Kontinent ist so wie er ist eigentlich gut aufgestellt.

Bosparanischer Legionsmagier oder Khunchomer Kophta?

Khunchomer Kophta. Ich war schon immer ein riesiger Fan der Tulamidenlande (bzw. auch von orientalischen Settings allgemein) und mag die deutlich lieber als den bosparanischen Kulturraum. Gerade die Kophtanim und Mudramulim für die Dunklen Zeiten auszugestalten auf Basis der wenigen vorhandenen Quellen hat viel Spaß gemacht.

Wenn Uli Lindner ein DSA-Charakter wäre, welcher wäre er dann?

Schreiber/Taugenichts (Breitgefächerte Bildung). Mit Akademischer Ausbildung Gelehrter sowie den Schlechten Eigenschaften Ungeduld und Besserwisser. Alles nach DSA4.1 versteht sich. Also für die meisten Abenteuer nicht wirklich zu gebrauchen. 😉

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast und wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft!

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